15 Jahre Bösehof: Danke, dass ich ein Teil davon sein darf

Über Menschen, Vertrauen und den Weg von der Masseurin zur Chefin.

Am 1. August habe ich mein 15-jähriges Betriebsjubiläum gefeiert. Ehrlich gesagt hätte ich mir im Sommer 2011 niemals vorstellen können, dass ich einmal diesen Blog als Geschäftsführerin schreiben würde.

Damals habe ich als Masseurin im Spa angefangen. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Tag und an dieses Gefühl, angekommen zu sein, an einem Ort, der sich vom ersten Moment an wie ein Zuhause angefühlt hat.

Aus der Masseurin wurde irgendwann die Spa-Managerin. Und dann kam das, womit wahrscheinlich niemand gerechnet hätte: Ich wurde Assistenz der Geschäftsführung. Wenn ich ehrlich bin, hatte das auch ein bisschen damit zu tun, dass ich gegenüber meiner damaligen Chefin nie den Mund gehalten habe. Ich hatte zu allem eine Meinung und war nie besonders gut darin, sie für mich zu behalten. Heute würde man vielleicht sagen: unbequem. Damals war es wohl genau das, was man gesucht hat.

2017 wurde ich Assistenz der Geschäftsführung, 2018 Prokuristin und seit Januar 2024 darf ich den Bösehof als Geschäftsführerin leiten.

Wenn ich heute auf diese 15 Jahre zurückblicke, denke ich aber nicht zuerst an Positionen oder Titel, sondern an Menschen.

An ein Team, das in den letzten Jahren unglaublich viel mitgemacht hat. Wirtschaftlich schwierige Zeiten, Corona, Fachkräftemangel, steigende Kosten, Veränderungen. Und trotzdem war eines immer da: unser Zusammenhalt.

Aus einem Job ist ein Zuhause geworden.

Ich glaube fest daran, dass Arbeit nur dann wirklich gut funktionieren kann, wenn Menschen sich gegenseitig vertrauen. Deshalb war mein Führungsstil nie von großen Hierarchien geprägt. Ich möchte eine Chefin sein, zu der man kommen kann, nicht eine, vor der man Angst hat.

Wenn jemand krank ist, muss er bei uns nicht erst beweisen, dass es ihm wirklich schlecht geht. Wenn privat einmal alles zu viel wird, suchen wir gemeinsam nach Lösungen. Manchmal bedeutet das auch, dass jemand ein paar Nächte im Hotel verbringen kann, weil zu Hause gerade keine Ruhe möglich ist.

Auf der anderen Seite sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. Es wird eingesprungen, wenn Not am Mann ist. Es werden Überstunden gemacht, wenn es nötig ist, weil wir wissen, dass wir füreinander da sind.

Genau so stelle ich mir Zusammenarbeit vor: ein Geben und ein Nehmen, freundschaftlich, respektvoll und auf Augenhöhe.

Ich bin überzeugt davon, dass Verantwortung nicht kleiner wird, wenn man sie teilt. Sie wird größer. Deshalb dürfen bei uns Menschen Entscheidungen treffen, Ideen einbringen und ihren Bereich mitgestalten. Flache Hierarchien sind für mich kein modernes Schlagwort, sondern gelebter Alltag.

Und weil ein Team nicht nur während der Arbeitszeit zusammenwächst, haben wir auch Dinge wieder eingeführt, die irgendwann verloren gegangen waren. Betriebsfeiern zum Beispiel.

Unsere Feiern sind inzwischen fast schon legendär, nicht weil sie besonders aufwendig sind, sondern weil sie zeigen, wer wir sind. Wir lachen zusammen, wir feiern zusammen, und manchmal entstehen genau dort die schönsten Erinnerungen.

Zu meinem Jubiläum haben mich meine Kolleginnen und Kollegen mit einer Rede und einem Blumenstrauß sprachlos gemacht. Ich habe mich riesig darüber gefreut und war ehrlich gesagt sehr gerührt. Dieser Moment hat mir noch einmal gezeigt, dass Wertschätzung keine Einbahnstraße ist. Für mich war das eines der schönsten Geschenke, das ich nach 15 Jahren hätte bekommen können.

An Kolleginnen und Kollegen, die füreinander einstehen. An Gespräche, gemeinsames Lachen, an stressige Tage, an Herausforderungen, die wir zusammen gemeistert haben, und an unzählige kleine Momente, die man gar nicht planen kann und die trotzdem in Erinnerung bleiben.

Ich bin überzeugt, dass genau das den Bösehof ausmacht: die Menschen, die jeden Tag mit Herzblut dafür sorgen, dass sich unsere Gäste willkommen fühlen, und die gleichzeitig auch untereinander füreinander da sind.

Falls ich in den vergangenen Jahren etwas zu diesem Team beitragen konnte, dann hoffe ich, dass es vor allem eines war: eine Kultur des Vertrauens, in der man offen miteinander spricht, Verantwortung übernehmen darf und weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Für all das möchte ich heute einfach Danke sagen. Danke für eure Wertschätzung, für euren Einsatz, für eure Loyalität und für die vielen gemeinsamen Erinnerungen. Ihr seid der Grund, warum der Bösehof für mich seit 15 Jahren mehr ist als nur ein Arbeitsplatz.

Herzlichst,
Natascha Grotjohann